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Lieferanten im Hochgebirge

Geschrieben am 16.03.2010 von Nico in Wissen 5 Kommentare Trackback

Letzten Freitag hatte ich auf Facebook ein Foto veröffentlicht, welches einen etwas ungewöhnlichen Backpacker zeigte. Gleich darauf bekam ich einige Anfragen, wohin denn die ganzen Kisten transportiert werden.

Lastenträger zur Rysy-Hütte

Transport der Waren zur Rysy-Hütte

Vielleicht eins gleich vorneweg: Es ist kein Einsiedler, der sich seinen Vorrat für das nächste halbe Jahr organisiert hat. 😉

Geschossen habe ich das Foto vorletztes Jahr in der Hohen Tatra. Wir waren auf dem Weg zum Rysy, der mit 2499m einer der höchsten Berge im kleinsten Hochgebirge der Welt ist. Auf dem Weg zum Gipfel kommt man kurz vor dem letzten Anstieg an der Rysy-Hütte (Chata pod Rysim , 2.250 m) vorbei, welche von eben solchen Lastenträgern, wie auf dem Bild oben beliefert wird.

Sturmschäden_hohe_tatra

Sturmschäden des 19.November 2004

Der Klettersteig bei Aufstieg

Seile und Ketten helfen beim Aufstieg

Durch das Tal zum Fuße des Rysy

Der schmaler Pfad zum Rysy

Und da muss man wirklich mal sagen Respekt. Die Route ist zwar nicht die schwierigste und der über einen Klettersteig zu bewältigende Abschnitt wird mit Hilfe einen Lastenaufzug überwunden und die Träger werden somit wenigstens etwas entlastet. Trotzdem zieht sich der Weg durch das Tal seeehr lang und es ist ja nun wirklich nicht nur ein leichter Daypack mit dem die Lastenträger da unterwegs sind 🙂

Der Rysy von der slowakischen Seite

Der Rysy von der slowakischen Seite

Die Träger gehen den Weg bis zum Aufzug gleich zwei mal am Tag. Vielleicht zum Vergleich, wir haben allein für eine Strecke  3h gebraucht.

Wenn man die vielen Leute zum Gipfel wandern sieht, dann ist klar, dass die Hütte sehr regelmäßig beliefert werden muss. An schönen Tagen sind es hunderte Leute, die an der Hütte vorbei kommen.

Bei längeren Strecken wie dieser (wir hatten ca. 9h geplant) nehmen wir immer unseren eigenen Proviant mit, da wir uns nicht auf die Hüttenversorgung verlassen. Wenn man aber vom Gipfel kommt und dieses mit einem leckeren Bier begießen kann, dann sage ich natürlich auch nicht nein. Aus diesem Grund kommt hier noch einmal ein großes Dankeschön an die Träger vom Rysy. 🙂

Die Rysy-Hütte am Fuße des Gipfels

Die Rysy-Huette

Ein Bier in der Rysy-Hütte, auf die Besteigung

Ein Bier nach der Besteigung

Das Klo auf dem Berg

Das Klo auf dem Berg

Ich bin mir gar nicht sicher, wie Material und Proviant auf die mittleren und großen Hütten in den Alpen transportiert wird? Hast Du ein Foto oder weitere Infos?

PS: In unserem Breiten ist die Slowakei vielleicht nicht das Reiseziel Nummer eins. Ich denke aber, dass das kleine Land unterschätzt wird. Insbesondere für kürzere Reisen lohnt sich ein Abstecher in die Hohe Tatra oder auch in das Slowakische Paradies. Die Orte sind gut auf touristische Bedürfnisse vorbereitet, aber trotzdem noch nicht so „überformt“ wie der ein oder andere Ort in den Alpen.

Übrigens: die Flüge nach Bratislava (Wien) sind preiswert 😉

Pings setzen ist zur Zeit nicht erlaubt.

5 Kommentare zu “Lieferanten im Hochgebirge”

  • Lilly, am 18. März 2010 um 16:53 Uhr

    Oh Mann, mit diesen Jungs möchte ich nicht tauschen. Hut ab.

  • OutdoorFEX, am 18. März 2010 um 20:30 Uhr

    Ich würde die Slowakei eher als GEHEIMTIPP bezeichnen. Touristisch nicht so überlaufen und wer Berge mag, wird dort auf jeden Fall auf seine Kosten kommen.
    Zur Hüttenbelieferung auf dem Rysy hab ich auch noch gehört:
    Die Träger sind häufig junge Studenten, die sich in den Sommermonaten ihr Taschengeld aufbessern.
    Das Bier was Nico da getrunken hat war natürlich frisch gezapft, d.h. die Jungs schleppen da auch Bierfässer hoch und wieder runter.
    Zur Hüttenbelieferung in den Alpen hab ich gesehen und gehört:
    Diese werden zum Teil mit dem Hubschrauber beliefert, dies ist aber glaub eher die Ausnahme. Es gibt häufig Fahrwege die mit geländegängigen Fahrzeugen direkt bis zur Hütte oder bis zur Talstation einer Lastenseilbahn führen.

  • Nico, am 18. März 2010 um 21:34 Uhr

    Yap, das Bier war frisch gezapft. Das war wirklich super. 🙂

  • Alex, am 19. März 2010 um 17:56 Uhr

    Lieber Nico, Folgendes müsstest du eigentlich auch kennen – trotzdem nochmal für alle: Beim Boofen (ist ja sozusagen auch eine Hütte nur eben eine natürliche) kenne ich es so, dass jeder etwas mehr Proviant als er braucht mitnimmt. Das hat den Vorteil, dass man sich in der Boofe austauschen kann. Wie ich finde eine sehr schöne Tradition und nette Geste. Ich nehme gerne etwas mehr Wein für den Abend mit, freue mich aber dafür über die Kerzen, die andere übrig gelassen haben. Im Übrigen kommt man so wunderbar mit anderen Backpackern in Kontakt und lernt abends am Lagerfeuer garantiert viele tolle Leute kennen. Noch ein netter Nebeneffekt: über die Saison sammelt sich so ein kleines Vorratslager an, welches von allen genutzt werden kann.

  • Nico, am 21. März 2010 um 09:57 Uhr

    Hi Alex,

    da hast Du recht. 🙂 Ich hatte ganz außer Acht gelassen, dass ja die meisten Hütten gar nicht bewirtschaftet sind. Ich nehme im Übrigen immer etwas fürs Frühstück mit, damit bist Du am Morgen immer ein gefragter Mann/Frau: ein Glas Nutella 😉

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