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Giftige Tiere im Outback, was kann ich tun?

Geschrieben am 17.08.2009 von Nico in Tipps & Tricks, Wissen 3 Kommentare Trackback

Mit dem Thema giftige Tiere beschäftigt man sich eigentlich nur, wenn man in bekanntermaßen „gifttierreiche Länder“ wie zum Beispiel nach Australien fährt. Dass man allerdings auch in europäischen Gefilden erste Vorsichtsmaßnahmen nach einem Stich oder Biss kennen sollte, ist mir letzte Woche aufgefallen, als meine Cousine von einer Wespe am Mund gestochen wurde und zum Notarzt musste.

via Flickr: Joachim S. Müller

via Flickr: Joachim S. Müller

Wichtig ist zuerst einmal, einen Stich oder Biss eines Gifttiers zu vermeiden. Nur sehr wenige Tiere greifen einen Menschen aggressiv an (wie zum Beispiel Moskitos). Der Angriff erfolgt in den meisten Fällen in einer Bedrohungssituation, wenn die Tiere überrascht werden und keine Fluchtmöglichkeit sehen. Damit eine solche Situation nicht erst entsteht, solltest Du folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten:

Nie ohne eine Taschenlampe.

Viele der giftigen Tiere sind nachtaktiv. Daher solltest Du bei nächtlichen Aktivitäten immer eine Lampe dabei haben. Wenn Du zum Beispiel in der hintersten Ecke im Rucksack nach Deiner Kleidung suchst, solltest Du diesen vorher mit der Lampe kontrollieren. Das gleich gilt, wenn Du abends ins Zelt oder Bett gehst. Kontrolliere mit der Lampe alle Ecken, dass sich keine Schlange, Spinne oder ähnliches versteckt hat.

Die Kleidung ist wichtig.

Auf Deiner Tour solltest Du immer geschlossene Schuhe tragen. Am Besten ist es, wenn diese bis über die Knöchel gehen, da die meisten Bisse unterhalb des Knöchels festgestellt werden. Im Übrigen solltest Du die Schuhe bevor Du diese anziehst auch ausschütteln. Wenn sich ein Skorpion im Schuh versteckt hat, ist die Konsequenz sicherlich klar. 😉

Umgang mit exotischen Tieren.

Eigentliche muss hier nicht erwähnt werden, dass man unbekannte (oder auch bekannte Tiere) in Ruhe lässt. Auf gar keinen Fall solltest Du jedoch auf diese zugehen oder „angreifen“. Die Tiere könnten sich bedroht fühlen und sind dann vielleicht doch schneller als Du denkst. Dieses gilt natürlich auch für „tote Tiere“ (wenn diese nicht gerade im Museum ausgestellt sind). Nicht dass es sich plötzlich doch noch bewegt.

Verhalten in der Natur.

Da giftige Tiere meist Nachtschwärmer sind, ist die wichtigste Regel, dass Du nicht ungeschützt, dass heißt ohne Zelt oder Biwak, übernachtest. Deine Kleidung oder auch die Essensreste locken die Tiere an, was die Gefahr enorm erhöht. Nutze auf jeden Fall ein Moskitonetz. Das Netz ist im Zelt oder auch im Bett ein wirksamer Schutz, um Spinnen oder andere Insekten fern zu halten.

Des Weiteren solltest Du – insbesondere in der Nacht – Wanderungen durch dichten Baumbestand oder hohes Gras vermeiden. Baumschlangen sind in aller Regel giftig und im hohen Gras kannst Du Tiere auch mit einer Taschenlampe nur schlecht erkennen.

Diese Vorkehrungen helfen Dir, einen gefährlichen Stich oder Biss zu vermeiden. Leider kann es trotz aller Vorsicht zum Kontakt mit den giftigen Tieren kommen. In diesem Fall helfen die folgenden Maßnahmen weiter:

Keine Panik.

Nur die wenigsten Bisse sind wirklich tödlich. Wichtig ist erst einmal, dass der Betroffene sich nicht zu sehr aufregt, da dieses den Kreislauf anregt und sich das Gift schneller verteilen kann.

Kennst Du das Tier, welches gebissen hat? Schreib es auf, damit Du später im Krankenhaus aussagekräftige Informationen geben kannst.

Erste Behandlung.

Der Biss sollte zuerst ausgespült werden. Nicht mehr üblich ist das oft zitierte Ausbrennen oder Einschneiden des Bisses. Wenn Schmerzmittel in der Reiseapotheke vorhanden sind, können diese dem Verletzten gegeben werden.

Ein Abbinden der Gliedmaße kann erfolgen, ist allerdings nur sinnvoll wenn der Weg in das nächste Krankenhaus sehr weit ist. Wichtig beim Abbinden ist, dass der Riemen aller halben Stunde für einige Sekunden gelockert wird. Tipp: Schreibe Dir dazu die Uhrzeit des ersten Abbindens auf, dass hilft Dir den Takt einzuhalten und später genaue Aussagen beim Arzt machen zu können.

Transport in ein Krankenhaus.

In Ländern wie Australien, wo die Gefahr eines gefährlichen Bisses sehr hoch ist, kennen die meisten Einwohner das nächstgelegene Krankenhaus. Dieses sollte jetzt schnellstens aufgesucht werden. Wichtig hierbei ist, dass der Verletzte möglichst liegen kann und sich nicht bewegen muss. Dies verhindert ein unnötig schnelles Verteilen des Giftes im Körper.

Im Krankenhaus angekommen, entscheidet der Arzt, ob ein Serum gegeben wird. Wichtig für diese Entscheidung sind Deine Informationen zum Zeitpunkt des Bisses und dem Tier, dass gebissen hat.

Ärzte haben die meisten Erfahrungen im Umgang mit Bissen und Stichen von giftigen Tieren, deshalb solltest Du auch nach kleineren Vorfällen ein Krankenhaus aufsuchen. Das gibt Sicherheit und beugt langfristigen Problemen vor.

Wenn Du alle hier genannten Hinweise beachtest, dann ist das Risiko einer Verletzung durch ein giftiges Tier sehr gering. Wurde trotzdem jemand gestochen, dann verhindert das genannte Vorgehen langfristige Probleme. Hast Du noch weitere Hinweise oder eigene Erfahrungen mit giftigen Tieren?

Pings setzen ist zur Zeit nicht erlaubt.

3 Kommentare zu “Giftige Tiere im Outback, was kann ich tun?”

  • Daniela, am 17. August 2009 um 21:59 Uhr

    Hallo,

    in Australien wird auch immer wieder angeraten vor dem Toilettengang die Klobrille zu kontrollieren, da sich hier gerne Spinnen oder andere Insekten verstecken.

    viele Grüße
    Dani

  • Stefan, am 18. August 2009 um 11:20 Uhr

    Hey,
    übrigens: auch im Meer gibt es „giftige“ Tiere, so können einige Qualllenarten durchaus akute Vergiftungserscheinungen hervorrufen.

    Hier meine Tipps:
    a) Vorsichtsmaßnahmen für alle die doch unbedingt ins Wasser müssen: bei Quallen-Gefahr dicke Schicht wasserfestes Sonnenöl auftragen & lange Kleidung tragen

    b) Erste Hilfe im Falle eines Falles: wenn noch Fangfäden an der Haut haften, Essig oder sehr heißes Wasser darüber giessen (wirkt jedoch nicht bei allen Quallen). Anschließend trockenen Sand, Sonnen- oder Olivenöl über die brennende Stelle reiben. Auch Papayasaft ist sehr gut. Die Quallenreste dann mit einem Messerrücken abstreifen oder mit einer Pinzette entfernen.

  • Konny, am 21. August 2009 um 15:31 Uhr

    Das Auswärtige Amt bietet ein recht informatives Pdf zum Thema an. Hier der Link zum Downloaden: http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Gesundheitsdienst/download/GifttiereMerkblatt.pdf

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