Geschrieben am 08.04.2010 von Nico in Flashpacking, Wissen 4 Kommentare Trackback
Ich kann mich noch an meine Reisen im letzten Jahrtausend erinnern. Geld hatte ich immer in „bar“ oder als Travler-Schecks im Gepäck, Flugtickets habe ich im Reisebüro gebucht und meine Informationen holte ich mir aus dem Reiseführer. Mein (damals ehrlich gesagt bescheidenes) Englisch bemächtigte mich dann, durch Indonesien zu reisen und das Land zu erkunden.
Mittlerweile hat sich einiges geändert. Nicht nur mein Englisch hat sich verbessert und die Ticketpreise sind durch die verschiedenen Online-Flugbörsen schnell zu vergleichen und zu buchen, auch die Informationsbeschaffung und Übermittlung vor und während der Reise hat sich geändert.
Ich persönlich lese mittlerweile viel weniger Zeitschriften, um mich für die nächste Reise inspirieren zu lassen. Viel lieber bin ich auf verschiedenen Blogs unterwegs und schau mich um, was andere so erlebt haben. Ich gebe zu, meine „Nähe zu Backpacking.de“ macht es mir dabei sehr leicht, da ich geradezu gezwungen bin die Berichte zu lesen.
Aber auch andere Blogs wie zum Beispiel die Reisenotizen von Elke lese ich immer wieder gerne. So finde ich dann in Abstimmung mit meinem finanziellen Budget und dem zeitlichen Rahmen zu einem Zielland, welches ich bereise.
Wenn ich erst einmal weiß wohin, dann wird es einfach. Mit Hilfe von google & Co. suche ich Informationen zu dem jeweiligen Zielland. Vor zwei Jahren war das zum Beispiel die Slowakei. Relativ schnell findet man dann zwei, drei Portale mit Informationen für Backpacker. Einen Großteil der Infos zur Slowakei habe ich gleich auch auf Backpacking.de gefunden, viele andere Tipps findest Du aber auch auf kleineren, privaten Seiten.
Mit diesen Infos weiß ich erst einmal grob, wo es lang geht und was mich erwartet. Ist meine Reisezeit wirklich gut? Was für eine Infrastruktur hat das Land, brauche ich Impfungen oder ist die Gegend überhaupt so wie ich mir das vorgestellt hatte?
Wenn dies alles passt, dann gehe ich – und daran hat sich seit dem letzten Jahrtausend eigentlich gar nichts geändert – in den Buchladen und kaufe einen Reiseführer. Ich bin Verfechter vom Lohse-Verlag für die Länder in Asien. Für Europäische Länder und Städte finde ich die Reiseführer beim Reise Know How-Verlag sehr informativ.
Im Buch steht (oder sollte stehen) zur Vorbreitung wahrscheinlich nicht viel mehr Informationen, als ich bisher im Internet recherchiert habe. Aus diesem Grund lege ich dieses erst einmal beiseite, bis es los geht.
Unterwegs habe ich immer bereits einen ungefähren Plan, wo es langgehen soll. Dieser wird allerdings mindestens einmal umgeworfen und ich lande dann ganz woanders. Diese Option halte ich mir offen, um möglichst viel Neues kennen zu lernen.
In der Regel nutze ich für Infos über die Orte, bei Stadtrundgängen oder zum Finden von Touren den oben genannten Reiseführer. Dieser ist nach wie vor am „mobilsten“ und bietet sehr strukturierte Informationen. Hier hat sich in den letzten zehn Jahren also nichts verändert.
Ganz anders sieht es allerdings bei der Hostelsuche und Buchung, sowie auch bei der Buchung von Tickets aus. Wenn ich mindestens einen Tag voraus planen kann, dann versuche ich via Internet zu buchen. Somit ist mir im Hostel zum einen der Schlafplatz sicher, zum anderen bekomme ich aber auch einen besseren Preis, als wenn man persönlich ins Hostel geht. Hostel- und Flugsuchmaschinen gibt es zur genüge im Internet. Ich nutze da immer mal verschiedene Portale, aber die Hostelbookers bieten seit kurzem auch eine Hostelsuche auf Deutsch an.
Zusätzlich zu den Buchungen während der Reise habe ich dank Blog und E-Mail auch relativ schnell Freunde, Verwandte und Bekannte mit Berichten aus dem Ausland informiert. Anfang der 2000er hatte ich mir für Indien noch selber ein Reisetagebuch programmiert, mittlerweile gibt es dafür natürlich Backpacking.de.
Diese Möglichkeit finde ich persönlich besser als Postkarten zu schicken. Besorgte Eltern können so schnell beruhigt werden und von Freunden (die vielleicht vorher bereits an einem der bereisten Orte waren) kann man Tipps bekommen, was man vor Ort so alles tun oder lieber lassen soll.
Wie Ihr seht, hat sich bei mir auf den Reisen eigentlich doch nicht so viel durch das Internet geändert. Einzig die Buchungen vor und während der Reise sowie die Kommunikation nach Hause läuft mittlerweile „online“.
Hat sich Deine Art zu Reisen durch die Möglichkeiten des Internets geändert? Was nutzt Du oder welche Blogs, Communities, Internetseiten und Reiseführer kannst Du empfehlen?
Heinz Grünwald, am 9. April 2010 um 11:18 Uhr
Ja das Internet hat die ganze Reisebrache enorm beeinflusst. Ehrlich gesagt bin ich zu jung um über meine Reisen vor dem Internet zu berichten – vor 15 Jahren hab ich noch nicht selbst gebucht
Doch jetzt ist es sehr einfach per Couchsurfing Kontakt mit Einheimischen aufzunehmen, sich einen Schlafplatz zu organisieren. Events in der Stadt zu checken, Tickets gleich online kaufen … usw. ich finde die Suche nach den richtigen Angeboten ist noch immer etwas zeitaufwendig, aber zumindest hat man Zugang zu allen Informationen.
« individualicious » Reisen 2.0, am 9. April 2010 um 15:44 Uhr
[...] von einem Beitrag von Nico auf mybackpacking.de, indem er darüber schreibt, wie das Internet die Art und Weise des Reisens verändert hat, habe [...]
Nico, am 13. April 2010 um 15:26 Uhr
Hallo Heinz,
ich denke auch, dass man – wenn die Möglichkeiten gut genutzt werden – den “organisatorischen Stress” auf Reisen etwas reduzieren kann. Man muss sich halt nur in den richtigen Momenten zurücklehnen können und den Rechner mal hinlegen
Gruß Nico
Nicholas Schneider, am 23. Januar 2012 um 17:14 Uhr
Hallo, ich glaube schon dass sich das Reisen durch das Internet geändert hat. Ich bin Mitgründer der Seite http://www.staydu.com auf der sich Reisende privat auf der ganzen Welt verabreden können. Ich glaube das war in Zeiten wo es noch kein Internet gab nicht in dieser Form möglich. Klar wird es immer die klassischen Reisen geben (die nun online gebucht werden) aber das Angebot wurde duch Seiten wie cousurfing, mitfahrzentrale, staydu usw… erweitert. Ich glaube man kann schon den Begriff “Backpacking 2.0″ verwenden.