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Flashpacking: Der Untergang der Backpacker-Bewegung?

Geschrieben am 13.10.2009 von Nico in Flashpacking 7 Kommentare Trackback

Flashpacker werden oft als „wohlhabenderere Backpacker“ bezeichnet, welche mehr Komfort brauchen und nutzen als ein „gewöhnlicher Backpacker“. Sie sind technisch gut ausgestattet und reisen mit Mobiltelefon, Laptop und Digitalkamera um die Welt. Statt in einem Hostel schlafen Sie lieber im Hotel und wenn es geht wird auf die teureren und schnelleren Verkehrsmittel zurückgegriffen.

Aber was ist dran an Flashpacking? Sind die Flashpacker der Untergang der Backpacking-Philosophie? Oder gibt es doch eine Daseinberechtigung für diese Art des individuellen Reisens?

Um diese Frage zu beantworten, habe ich mir einmal angeschaut, was einen Flashpacker ausmacht und wo Unterschiede und Gemeinsamkeiten zum „gewöhnlichen“ Backpacker zu finden sind.

"Lost in Touris" ... egal ob als Backpacker oder Flashpacker, oft ist man nicht der einzige Tourist.

"Lost in Touris" ... egal ob als Backpacker oder Flashpacker, oft ist man nicht der einzige Tourist.

Transport

Als Flashpacker reist man typischer Weise in der besseren Klasse. Air Condition, bequeme Sitze und genügend Beinfreiheit gehören hier meist einfach dazu. Im Idealfall greift man gar nicht erst auf öffentliche Verkehrsmittel, sondern auf Mietwagen oder Taxis zurück, um sich schneller Vorwärts bewegen zu können.

Leider geht dabei ein entscheidender Teil des Backpacker-Gefühls verloren. Nutzt man nur für Touristen vorgesehene Verkehrsmittel, kann man weder Kontakt zur einheimischen Bevölkerung knüpfen noch bekommt man die Eigenheiten des Zielland wirklich mit.

Übernachtung

Wenn man mit einem etwas höherem Budget verreist, ist es natürlich legitim, in einem Hotel zu übernachten. Es ist oftmals sauberer, bequemer und wenn man Glück hat, wird man sogar via Shuttle vom Bahnhof abgeholt.

Allerdings sollte man sich bei der Wahl der Übernachtungsmöglichkeit auch klar machen, dass ein Hostel mehr als nur ein Schlafplatz ist. Es ist ein Ort um Leute kennen zu lernen und um sich auszutauschen. In einem Hostel trifft man sich, kommt zu einer Gruppe zusammen und trennt sich nach einigen Tagen wieder. Ein Hotel ist dafür im Normalfall viel zu anonym.

Driften lassen

Moderne Flashpacker leben mit der Technik und dem Internet. Immer ist das Mobiltelefon auf Reisen mit dabei und oft findet auch der Laptop im Rucksack einen Platz. Mit den sich daraus ergebenden Möglichkeiten kann man sich bereits im Vorfeld über die Orte und Sehenswürdigkeiten informieren und sich mit Leuten austauschen.

Dies ist auf jeden Fall ein Vorteil, allerdings verschenkt man sich so auch Viel. So ist man vor Ort vielleicht weniger flexibel, da man sich bereits einen Plan gemacht hat und davon nicht abweichen möchte. Weiterhin gibt man dem Zufall weniger Raum, da man weniger selber ausprobiert und kaum noch auf „Erkundungstour“ geht.

Abenteuer erleben

Sich in einem anderen Land zu bewegen, bedeutet auch immer ein wenig Abenteuer und auch Risiko. Als Flashpacker verringert man dieses Risiko, da man via Mobiltelefon von fast jedem Ort der Welt Hilfe holen kann. Teures und hochwertiges Equipment hilft in vielen Situationen Probleme zu vermeiden.

Somit entfällt allerdings damit auch ein wenig der Reiz des Backpacking, da man damit beschäftig ist Risiken zu vermeiden und nicht damit Spaß zu haben und sich gehen zu lassen. Neue, unbekannte Situationen werden dadurch (z.Bsp. wegen fehlender Ausrüstung) eher vermieden, anstatt dass man eine – vielleicht – provisorische Lösung findet.

Fazit

Ich bin selbst jährlich auf Reisen und versuche immer so unabhängig wie möglich zu sein. Mir ist es sehr wichtig, dass ich vor Ort möglichst viel von der Kultur des Landes mitbekomme. So kommt es auch, dass ich zum Beispiel in Indien lieber die 2. Klasse wähle obwohl ich mir die 1. Klasse locker leisten könnte. Allerdings bin auch ich sehr „Technikaffin“ und würde auch gern gelegentlich meinen Laptop mit auf Reisen nehmen. :)

Für mich gilt, dass umso länger eine Reise ist, um so mehr muss ich erstens auf das Geld achten und umso freier kann ich mich auch bewegen und mich „driften“ lassen. Ich finde es sehr wichtig, dass ich an einem Ort der mir gut gefällt ein, zwei Tage (oder auch Wochen) länger bleiben kann.

Leider kann ich in meinem normalen Arbeitsleben nicht jedes Jahr 2 Monate oder länger frei nehmen. Sehr oft kommt es sogar vor, dass ich nur wenige Tage Zeit habe. In dieser kurzen Zeit möchte ich mich natürlich mehr den Dingen widmen, wegen denen ich vor Ort bin und mich weniger um organisatorische Dinge kümmern. [Trotzdem wird mich kein Mensch dazu bringen eine Pauschalreise zu buchen. ;) ] In diesen Momenten gehe auch ich zu den luxuriösen Reiseplanungsmöglichkeiten über und genieße es mich unbeschwert bewegen zu können.

Ich denke daher, dass Flashpacking auf jeden Fall eine Daseinsberechtigung hat. Insbesondere für Leute die im Herzen noch Backpacker sind, allerdings für eine halbjährige Auszeit zu eingebunden sind, stellt die etwas luxuriösen Variante des Reisen eine gute Alternative zum Low-Budget-Urlaub dar.

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7 Kommentare zu “Flashpacking: Der Untergang der Backpacker-Bewegung?”

  • Daniela, am 13. Oktober 2009 um 20:08 Uhr

    Hallo,

    ich verstehe es gar nicht. Eigentlich beschreibst du in deinem beitrag ganz richtig, dass ein so genannter “flashpacker” im grunde die besten momente verpasst. Trotzdem schreibst du, flashpacking wäre eine alternative zum backpacken?

    Ich finde dies kann keine alternative sein, denn es ist kein echtes individuelles reisen und erfahrungen kann man sich nicht mit geld erkaufen.

  • Nico, am 14. Oktober 2009 um 09:07 Uhr

    Hallo Daniela,

    es ist richtig, in dem Beitrag habe ich vor allen die Nachteile von Flashpacking, oder besser die Unterschiede der beiden Arten zu reisen, aufgeschrieben. Am Ende muss man sich aber fragen, was passiert wenn Du nicht mehrere Monate unterwegs sein kannst. Pauschalreisen oder Urlaub auf Balkonien und gar nicht mehr verreisen? Meine Antwort dazu ist eigentlich klar.

    Ich für meinen Teil merke halt, dass sich schon wegen der geringeren Zeit die ich für das Reisen haben, auch meine Art zu Reisen verändert.

    viele Grüße
    Nico

  • Melli, am 14. Oktober 2009 um 10:53 Uhr

    Ich finde die Diskussion Quatsch! Schon mal drüber nachgedacht, dass beides einfach unterschiedliche Herangehensweisen ans Reisen sind u so Flash- u Backpacking auch einfach gleichzeitig existieren können?

  • Rico, am 16. Oktober 2009 um 15:13 Uhr

    Ich kapier es net so richtig: heißt Flashpacking nun schnell hin, möglichst viel sehen und dafür notfalls auch ordentlich Geld lassen oder sind Flashpacker eigentlich Backpacker nur mit ner gewissen technischen Ausrüstung (also iPod, Handy mit Internetzugang, Laptop etc.) ?

  • Tim, am 20. Oktober 2009 um 12:27 Uhr

    Naja, so ganz kann ich deine Thesen nicht unterstützen. Ich reise selber lieber “hochwertig” und kenne aber auch die dritte Klasse in Asien ;-) Trotzdem muss ich sagen, dass ich gerade in den “besseren Klassen” eher mit Einheimischen in Kontakt kam. Warum? Gerade in Asien spricht kaum jemand Englisch. Die Besser-Verdiener schon eher. Somit hatte ich recht häufig Kontakt zu Einheimischen in der ersten oder zweiten Klasse, der mehr als nur “ein Lächeln der dritten Klasse” war.

  • Arsos, am 8. Juni 2010 um 11:20 Uhr

    Ich denke, das viele Backpacker nen Mix auf beiden Sachen pflegen. Ich mag Hostels und will auch gar nicht in ein Hotel. Trotzdem hab ich nen Laptop dabei. Sei es zum Zwischenspeichern von Fotos oder zum Schreiben meines Reiseblogs. So gesehen hab ich sogar mehr Zeit fürs wirklich Reisen, da ich die Berichte jederzeit vorschreiben kann und dann einfach nur mal 5 Minuten Internet brauche um den Kram hochzuladen. Ich sehe die technischen Möglichkeiten eher als eine Ergänzung für mich, die mir einige Sachen vielleicht erleichtert. Im Endeffekt kann doch jeder reisen wie er möchte. Ich seh nicht wirklich so nen dramatischen Unterschied zwischen beiden Gruppen…jeder wie ers mag

  • honk, am 14. April 2011 um 13:26 Uhr

    Was für ein Unsinn von Daseinsberechtigungen zu reden. Jeder darf reisen wie er will und wie kann man behaupten das \echte Backpacking\ (ja was ist denn das bitte überhaupt?) wäre die einzig richtige Reiseform? Ziemlich beschränkter Horizont.

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